Kraft ist nicht alles, auch Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination sind wichtig.        

Um zu prüfen, wie gut diese Fähigkeiten bei 6- bis 11-Jährigen ausgeprägt sind,     

haben Sportwissenschaftler einige Aufgaben entwickelt:

 

                         

         Das sollten Sie beim Test beachten:

Der Fitness-Check besteht aus acht Aufgaben. Sieben davon können Sie mit Ihrem Kind ohne großen Aufwand zu Hause durchführen. Lediglich der Ausdauertest ist am besten im Freien zu absolvieren.

Sie benötigen eine Stoppuhr, einen Tennisball, einen Klebestreifen, ein Maßband sowie Papier und Bleistift.

Die Vergabe der Punkte hängt vom Alter ab. Sie finden eine entsprechende Tabelle am Ende jeder Aufgabe.

Ihr Kind sollte die Übungen gern machen. Setzen Sie es nicht unter Druck, sondern lassen Sie es ruhig einige Versuche machen, bevor Sie Punkte vergeben. Loben Sie die Bemühungen, auch wenn die Ergebnisse nicht optimal sind.

Jede Übung testet einen Baustein der persönlichen Fitness. Persönliche Schwächen werden sichtbar und können korrigiert werden. Eine „Gesamtnote“ am Schluss zeigt, ob Ihr Kind durchschnittlich fit ist oder sich dringend mehr bewegen sollte.
 
 
Einbeinstand
Übung 1:: Einbeinstand
 

 

 
Es geht um: Gleichgewicht halten
Aufgabe

10 Sekunden lang barfuß und mit verschränkten Armen erst auf dem linken, dann auf dem rechten Bein stehen, 6- bis 7-Jährige mit geöffneten, die Älteren mit geschlossenen Augen. Wie lange können die Kinder im sicheren Stand ausharren?
 
Dauer des Stands in Sekunden:    
6 – 7 Jahreweniger als 10 Sekunden auf nur einem der Beine10 Sekunden lang auf nur einem der BeineLänger als 10 Sekunden, rechts wie links
8 – 11 Jahreweniger als 10 Sekunden auf nur einem der Beine (Augen geschlossen)10 Sekunden lang auf nur einem der Beine (Augen geschlossen)Länger als 10 Sekunden, rechts wie links (Augen geschlossen)
Punkte102030
 
 

 
Werfen und fangen
Übung 2:: Werfen und fangen
 

 

 
Es geht um: Auge-Hand-Koordination
Aufgabe

Stellen Sie sich vor Ihrem Kind auf (in 3 Metern Entfernung bei den 6- bis 7-Jährigen, 5 Metern bei den Älteren). Lassen Sie es fünfmal einen Tennisball fangen. Dann wirft Ihr Kind fünfmal möglichst zielsicher zu Ihnen zurück.
 
Gelungene Würfe:    
6 – 7 Jahre (drei Meter)weniger als drei erfolgreiche Versuche beim Werfen und Fangenmindestens drei erfolgreiche Versuche beim Werfen und FangenIhr Kind wirft und fängt sicher ohne Fehlversuche.
8 – 11 Jahre (fünf Meter)weniger als drei erfolgreiche Versuche beim Werfen und Fangenmindestens drei erfolgreiche Versuche beim Werfen und FangenIhr Kind wirft und fängt sicher ohne Fehlversuche.
Punkte102030
 
 
 
Sit-up
 
Übung 3:: Situp
 

 

 
Es geht um: Bauch- und Hüftmuskulatur
Aufgabe

Auf dem Rücken liegend die Füße aufstellen und die Hände hinter dem Kopf verschränken. Halten Sie die Füße Ihres Kindes fest, während es sich aufsetzt, bis seine Ellbogen die Oberschenkel berühren. Dann legt es sich wieder hin, bis die Schulterblätter (nicht der Kopf) den Boden berühren. In 40 Sekunden möglichst oft wiederholen.
 
Zahl der Sit-ups in 40 Sekunden:    
6 Jahreweniger als 1010 – 19mehr als 19
7 Jahreweniger als 1212 – 20mehr als 20
8 Jahreweniger als 1515 – 23mehr als 23
9 Jahreweniger als 1616 – 26mehr als 26
10–11 Jahreweniger als 1717 – 28mehr als 28
Punkte102030

 

Seitliches Hin-und-her-Springen

Übung 4:: Seitliches HinundherSpringen
 

 

 

Es geht um: Körperkoordination

Aufgabe:

Mit geschlossenen Beinen neben eine Linie (Klebeband) stellen und in 15 Sekunden so oft wie möglich hin- und herspringen. Nach kurzer Pause Übung wiederholen. Die Linie darf nicht berührt werden. Jeder gelungene Sprung zählt als ein Punkt.
 

Zahl der Sprünge in zweimal 15 Sekunden:    
6 Jahreweniger als 2222 – 44mehr als 44
7 Jahreweniger als 2626 – 47mehr als 47
8 Jahreweniger als 3434 – 57mehr als 57
9 Jahreweniger als 3737 – 63mehr als 69
10 Jahreweniger als 4848 – 71mehr als 71
11 Jahreweniger als 5151 – 74mehr als 74
Punkte:102030

 

Weitsprung aus dem Stand

Übung 5:: Weitsprung aus dem Stand
 

 

 

Es geht um: Kraft der Fuß- und Beinmuskulatur

Aufgabe:

Mit leicht gebeugten Beinen und parallelen Füßen an eine Absprunglinie (Klebeband) stellen und mit kräftigem Armschwung nach vorn springen. Nicht nach hinten fallen. Es zählt der Abstand (cm) von der Linie bis zur hintersten Bodenberührung des Körpers.
 

Länge des Sprungs in Zentimetern:    
6 Jahreweniger als 9595–120mehr als 120
7 Jahreweniger als 105105 – 130mehr als 130
8 Jahreweniger als 110110 – 140mehr als 130
9 Jahreweniger als 115115 – 145mehr als 145
10 – 11 Jahreweniger als 120120 – 155mehr als 155
Punkte:102030

Liegestütz

Übung 6:: Liegestütz
 

 

 

Es geht um: Arm- und Schultergürtelmuskulatur

Aufgabe

Auf dem Bauch liegend die Fußspitzen aufstellen. Die Hände neben den Schultern aufstützen und den Körper gerade hochdrücken (nicht durchhängen lassen!). Dann mit der rechten Hand kurz die linke berühren und umgekehrt. Zurück in die Ausgangsstellung, Hände zum Ausruhen auf den Rücken legen. 40 Sekunden so oft wie möglich wiederholen.
 

Zahl der Liegestütze in 40 Sekunden:    
6 Jahreweniger als 88–12mehr als 12
7 Jahreweniger als 99–13mehr als 13
8 Jahreweniger als 1111–15mehr als 15
9 Jahreweniger als 1212–16mehr als 16
10 – 11 Jahreweniger als 1313–17mehr als 17
Punkte:102030

 

Rumpfvorbeuge

Übung 7:: Rumpfvorbeuge
 

 

 

Es geht um: Beweglichkeit

Aufgabe

 

Mit geschlossenen Beinen aufrecht stehen, dann mit gestreckten Knien den Oberkörper beugen, und mit den Fingerspitzen oder Handflächen den Boden berühren.
 

Erreichen des Bodens    
6 – 7 JahreFingerspitzen erreichen nicht den Boden.Fingerspitzen erreichen sicher den Boden.Handflächen liegen flach auf dem Boden.
8 – 11 JahreFingerspitzen bleiben deutlich oberhalb des Bodens.Fingerspitzen erreichen fast den Boden.Handflächen können fast abgelegt werden.
Punkte1020

30

Dauerlauf

 

Übung 8:: Dauerlauf
 

 

 

Es geht um: Ausdauer

Aufgabe

6 Minuten lang sollte Ihr Kind auf einer vorgegebenen Strecke (Sportplatz, Wiese) gleichmäßig laufen. Danach messen Sie die zurückgelegte Distanz in Metern.
 

Meter in 6 Minuten    
5 – 6 Jahreweniger als 700700 – 850mehr als 850
7 Jahreweniger als 750750 – 900mehr als 900
8 Jahreweniger als 800800 – 950mehr als 950
9 Jahreweniger als 850850 – 1000mehr als 1000
10 – 11 Jahreweniger als 900900 – 1050mehr als 1050
Punkte1020

30

So fit ist Ihr Kind

         Bis zu 100 Punkte

Ihr Kind hat bei den meisten Übungen unterdurchschnittlich abgeschnitten. Es ist deutlich untertrainiert. Suchen Sie nach den Punkten, wo es besonders schwach war, und üben Sie mit ihm diese Aufgaben. Verschaffen Sie ihm viele Gelegenheiten, Kraft und Körperkoordination zu verbessern, zum Beispiel durch das Balancieren auf Baumstämmen oder Mauern, Seilspringen oder Gummi-Twist, Schaukeln, Klettern, Ballspielen, Skateboard- oder Skifahren.
 

100–160 Punkte

 

Ihr Kind ist durchschnittlich trainiert. Prüfen Sie, ob es in einzelnen Bereichen deutlich schlechter ist als in anderen, und verbessern Sie gemeinsam seine Defizite. Vor allem durch spielerische Bewegung können Sie seine motorischen Fähigkeiten noch deutlich steigern.
 

160–240 Punkte
 

Ihr Kind ist sportlich und ausreichend aktiv. Bei der Überprüfung der Testergebnisse fallen Ihnen vielleicht besondere Fähigkeiten auf, die Sie weiter entwickeln möchten. Fragen Sie Ihr Kind, ob es nicht Lust hat, seine Talente aktiv zu trainieren, zum Beispiel in einer sportlichen Disziplin. Sprechen Sie darüber auch mit dem Sportlehrer.
 
Die Übungen entwickelten unter der Leitung von Klaus Bös Sportwissenschaftler der Universitäten Karlsruhe und Konstanz sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e. V., Wiesbaden.
 

 
 

Standartisierte Testverfahren wie z.b der Motoriktest für vier- bis sechsjährige Kinder (MOT 4--6) von R.Zimmer und M. Volkamer oder der Entwicklungstest 6 Monate - 6 Jahre (R 6-6) von F. Petermann und I.A. Stein dürfen leider nicht veröffentlicht werden, können jedoch bei der Testzenrtale Göttingen bestellt werden. Hier eine kurze Beschreibung zu diesen beiden Testverfahren. Natürlich gibt es viele weitere Verfahren, die auf die besonderen Umstände unserer Kinder differenziert abgestimmt sind.

Das Testverfahren MOT 4-6:

EINSATZBEREICH:

Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren; bei behinderten Kindern bis 7 oder 8 Jahren, da sie auf Grund von Retardierung auch in ihren motorischen Fähigkeiten von Leistungen oft noch mit normalentwickelten 6-jährigen vergleichbar sind.

 

DAS VERFAHREN:

Der MOT 4--6 besteht aus 18 Items, die folgende Dimensionen der Motorik beinhalten: gesamtkörperliche Gewandtheit und Beweglichkeit; feinmotorische Geschicklichkeit; Gleichgewichtsvermögen; Reaktionsfähigkeit; Sprungkraft und Schnelligkeit; Bewegungsgenauigkeit; Koordinationsfähigkeit.

Das Testverfahren R 6-6:

EINSATZBEREICH:

Der ET 6-6 ist ein Inventar kriteriumsorientierter Entwicklungsdiagnostik mit Altersnormen (N = 950) für Kinder von sechs Monaten bis sechs Jahren.

 

DAS VERFAHREN:
Das Instrument ermöglicht im Vergleich zu anderen Verfahren besonders frühzeitig, nämlich bereits mit 6 Monaten, den Entwicklungsstand des Kindes zu testen. Hierbei werden Aspekte wie normale Entwicklung, Entwicklungsdefizite und individuelle Stärken in hohem Maße differenziert erfasst. Im Rahmen des ET 6-6 werden sieben Entwicklungsbereiche geprüft: Körpermotorik, Handmotorik, Nachzeichnen, kognitive Entwicklung, Sprachentwicklung, Sozialentwicklung und emotionale Entwicklung. Die Itemauswahl orientierte sich einerseits an empirischen Erkenntnissen hinsichtlich klinischer Störungsbilder und jeweils damit assoziierten spezifischen Beeinträchtigungen, andererseits an theoretisch fundierten Entwicklungsaufgaben für die postulierten Entwicklungsbereiche über die gesamte Altersspanne hinweg. Die besondere Stärke des ET 6-6 besteht hierbei in der Vielzahl berücksichtigter, klinisch relevanter Entwicklungsaspekte. Das Konzept der Präsentation von Items in genau den Altersbereichen, in denen „normale“ Kinder die zugrunde liegenden Fertigkeiten ausbilden, liefert einen über die Altersgruppen hinweg heterogenen Test mit 12 altersgruppenspezifischen Zusammenstellungen von Testaufgaben. Die Protokollbogen geben bereits Itemreihenfolgen (mit Empfehlungscharakter) vor, die in Anlehnung an allgemeine Erkenntnisse der Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulkinderuntersuchung erhoben wurden und auf die Besonderheiten der jeweiligen Itemkonstellation abgestimmt sind. Die normorientierte Auswertung kann in der Regel ohne Rückgriff auf den ausführlichen Tabellenteil direkt auf dem Protokollbogen vorgenommen werden, auf dem bereits wesentliche Dimensions- sowie Itemkennwerte aus der jeweiligen Altersgruppe der Normierungsstichprobe vorgelegt werden. Als Ergebnis erhält man ein Entwicklungsprofil, das bereits eine erste globale Einschätzung individueller Stärken oder Defizite sowie eine Visualisierung typischer Muster ermöglicht. Darüber hinaus wird zur spezifischen Beurteilung eine (einfach vorzunehmende) Betrachtung des Testergebnisses auf Itemebene nahegelegt. Bei der nun vorliegenden zweiten Auflage wurden neben Aspekten der Neugestaltung auch inhaltliche Überarbeitungen vorgenommen, die vor allem die Praktikabilität des Verfahrens steigern.

Säuglings-Befunderhebung
Testen
 
Greifreaktionen der Hände und Füße  
Die Oberflächensensibilität sowie die Tiefensensibilität spielen eine wichtige Rolle.Die Testerin / der Tester darf keinen großen Druck auf das distale Ende der Metakarpen (Fingerballen) und Metatarsen (Zehenballen) ausüben. Bei zu starkem Druck kommt es zum passiven Beugen der Finger und Zehen, wodurch die Aussage der Greifreaktionen bedeutungslos werden würde.  
 
Handgreifreaktion (Palmar):
Ausführung:  
Kopf des Kindes muß in Mittelstellung sein. Von der Kleinfingerseite des Babys wird mit beiden Daumen der Untersucherin/ des Untersuchers ein leichter Druck auf die beiden Fingerballen des Säuglings gegeben. Die übrigen Finger befinden sich am Unterarm. (Überlagert mit 6 Monaten)
Reaktion:   
Beugung der Finger.
 
Die Greifreaktion der Hand ist im 6. Monat (Ende des 2. Trimenans) erloschen. Zu der Zeit ist die Entfaltung der Hand vollzogen. Die Hand beginnt sich sowohl zum Greifen, wie zum Stützen von der ulnaren Seite her zu entfalten, dieses beginnt am Anfang des 2. Trimenans, so daß das Baby ab 6 ½ 7 Monaten fähig ist, sich auf entfalteten Händen zu stützen. (5. Monat Hand-Wurzelstütz, 7. Monat Handstütz).
 
 
Fußgreifreaktion (Plantar)
Ausführung:
Füße werden in Mittelstellung gehalten. Ein leichter Druck wird auf den/die Fußballen gegeben. Nicht auf den Fußballen greifen.
Reaktion:
Beugung der Zehen  
   

 

A T N R:
Ausführung:
Ausführung aus der Rückenlage, da alle tonischen Nacken- und Labyrinthstellreaktionen aus dieser Ausgangsstellung überprüft werden. Deshalb eine leichte Fixierung auf dem Brustbein, um eine Mischung mit den Körperstellreaktionen zu vermeiden. Passives-Drehen des Kopfes erst z.B. zur rechten.dann zur linken Seite, eine Hand des Überprüfers auf der Wange des Kindes, womit die passive Drehung ausgeführt wird, die andere Hand liegt locker auf dem Brustbein.
Reaktion:
Auf der Seite, wohin der Kopf passiv gedreht ist, also auf der Gesichtsseite, Streckung des Gesichtsarmes, Streckung des Gesichtsbeines mit Spitzfußstellung und Zehenspreizung. Beugeantwort der Extremitäten auf der Hinterhauptseite. Diese Reaktion wird ab 3. Monat schon stark abgeschwächt. Ab 5. - 6. Monat in der normalen Entwicklung nicht mehr auslösbar.
 
S T N R:
Ausführung:
Aus Rückenlage. Die Untersucherin, der Untersucher fasst mit einer Hand unter den Kopf des Kindes, mit der anderen Hand leicht auf das Brustbein
Reaktion:
Wenig Beugung der oberen Extremitäten (Primärhaltung). Streckung der Beine in Add.,  Innenrotation, Spitzfußstellung, Zehenspreizung. Ab. 3. Monat ist diese Reaktion bei gesunden Kindern nicht mehr auslösbar.

 

 

 
 
 

 


 

 

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