Der wahre Zweck eines Buches ist es, den Geist

hinterrücks zum eigenen Denken zu verleiten.    

                                                                                  Christopher D. Morley

 

 

Ein kreatives Autorenteam mit innovativen Ideen !

von links: Katrin Zimmermann-Kogel, Norbert Kühne, Britta Nielen,

Nicole Hendriks-Schramme, Manuela Freitag

 

       

 

Als festes Autorenteam arbeiten wir nun seit 2003 an der Reihe Praxisbuch Sozialpädagogik zusammen.

Die Reihe beinhaltet bereits 7 bestehende Bände. Ein weiterer Band befinden sich bereits in der Planung. Somit umfasst das Praxisbuch Sozialpädagogik eine große Bandbreite an interessanten und stets aktuellen Themen in 8 Bänden

                                             

 

 

Praxisbuch          Sozialpädagogik

                         Bildungsverlag EINS  

Die Reihe bietet zahlreiche Arbeitsanregungen zur Erschließung der Themen sowie Erläuterungen und Lösungshinweise zu den Arbeitsanregungen. Die Lehrbuchreihe gewährleistet die konkrete Handlungsfähigkeit in der Praxis.
  • viele praxisbezogene Beispiele
  • liefert theoretische Fundierungen
  • praxisrelevant ausgewählte Themenbereiche
  • ideal für den Einsatz in der Projektarbeit
  • sowohl für das sich an die Ausbildung anschließende Berufspraktikum als auch für die Weiterbildung geeignet

Praxisbuch Sozialpädagogik - Band 1 

Arbeitsmaterialien und Methoden

   
 
Arbeitsbuch

1. Auflage
DIN A4
199 Seiten

Zimmermann-Kogel, Kühne, Freitag, Hendriks, Nielen
 
 
ISBN:   978-3-427-75409-1
Bestellnr.:   75409
 
  Preis:  21,95 
   
Dieser Titel aus der bewährten Reihe „Praxisbuch Sozialpädagogik. Arbeitsmaterialien und Methoden“ bereitet Auszubildende optimal auf die berufliche Praxis vor. Zahlreiche Arbeitsanregungen zeigen angehenden Erzieherinnen konkrete Möglichkeiten für die gute pädagogische Arbeit. Ausführliche Erläuterungen und verständliche Lösungshinweise unterstützen sie dabei.
Aus dem Inhalt:
  • Konzeptentwicklung
  • Erlebnispädagogik
  • Interkulturelle Erziehung
  • Sensorische Integration
  • Praktikantinnenbetreuung
  • Elternkonfliktgespräch
  • Konfliktbearbeitung
Aufgrund der Praxisorientierung, die durch viele Beispiele und relevante Themen untermauert wird, ist dieses Werk in vielen Situationen wie bspw. Projektarbeiten, Berufspraktika und Weiterbildungen einsetzbar.
 
 
 

 Praxisbuch Sozialpädagogik - Band 2

Arbeitsmaterialien und Methoden

   
 
Arbeitsbuch

1. Auflage
DIN A4
200 Seiten

Zimmermann-Kogel, Freitag, Hendriks, Kühne, Nielen
 
 
ISBN:   978-3-427-75410-7
Bestellnr.:   75410
 
  Preis:  21,95€
   
Auch der zweite Band aus der bewährten Reihe „Praxisbuch Sozialpädagogik. Arbeitsmaterialien und Methoden“ bereitet Auszubildende optimal auf die berufliche Praxis vor. Zahlreiche Arbeitsanregungen und Arbeitsmaterialien zeigen angehenden Erzieherinnen konkrete Handlungsmöglichkeiten, welche für die sozialpädagogische Praxis unverzichtbar sind. Ausführliche Erläuterungen und verständliche Lösungshinweise auf CD-ROM unterstützen zusätzlich dabei.
Aus dem Inhalt:
  • Beobachtungsverfahren und Dokumentation
  • Kundenorientierte Elternarbeit
  • Graphomotorik
  • Projektarbeit
  • Bildungsvereinbarung
  • Sprach- und Leseförderung
  • Qualitätsmanagement
  • Öffentlichkeitsarbeit
Aufgrund der Praxisorientierung, die durch viele Beispiele und relevante Themen untermauert wird, ist dieses Werk in vielen Situationen wie bspw. Projektarbeiten, Berufspraktika und Weiterbildungen einsetzbar.
 
 
 

Praxisbuch Sozialpädagogik- Band 3  

Arbeitsmaterialien und Methoden

   
 
Arbeitsheft

1. Auflage
DIN A4
224 Seiten

Zimmermann-Kogel, Freitag, Hendriks, Hoffmann, Kühne, Nielen
 
 
ISBN:   978-3-427-75411-4
Bestellnr.:   75411
 
  Preis:  21,95 €
   
Der dritte Band aus der bewährten Reihe „Praxisbuch Sozialpädagogik. Arbeitsmaterialien und Methoden“ bereitet Auszubildende optimal auf die berufliche Praxis vor. Zahlreiche Arbeitsanregungen und Arbeitsmaterialien zeigen angehenden Erzieherinnen konkrete Handlungsmöglichkeiten, welche für die sozialpädagogische Praxis unverzichtbar sind. Ausführliche Erläuterungen und verständliche Lösungshinweise auf CD-ROM unterstützen zusätzlich dabei.
Aus dem Inhalt:
  • Naturwissenschaftliche Experimente mit Kindern
  • Waldtage im Elementarbereich
  • Raumgestaltung innen und außen
  • Ästhetik und Sprache im Kindergarten
  • Integration verhaltensauffälliger Kinder in Regelgruppen
  • Schulfähigkeitsprofil
  • Offene Ganztagsgrundschule
Aufgrund der Praxisorientierung, die durch viele Beispiele und relevante Themen untermauert wird, ist dieses Werk in vielen Situationen wie bspw. Projektarbeiten, Berufspraktika und Weiterbildungen einsetzbar.
 
 
 

Praxisbuch Sozialpädagogik - Band 4  

Arbeitsmaterialien und Methoden

   
 
Arbeitsheft

1. Auflage
DIN A4
240 Seiten

Kogel, Freitag, Harder, Hendriks, Hoffmann, Kühne, Nielen
 
 
ISBN:   978-3-427-75412-1
Bestellnr.:   75412
 
  Preis:  21,95 
   
Der vierte Band aus der bewährten Reihe „Praxisbuch Sozialpädagogik. Arbeitsmaterialien und Methoden“ bereitet Auszubildende optimal auf die berufliche Praxis vor. Zahlreiche Arbeitsanregungen und Arbeitsmaterialien zeigen angehenden Erzieherinnen konkrete Handlungsmöglichkeiten, welche für die sozialpädagogische Praxis unverzichtbar sind. Ausführliche Erläuterungen und verständliche Lösungshinweise auf CD-ROM unterstützen zusätzlich dabei.
Aus dem Inhalt:
  • Selbstorganisiertes Lernen für Erzieherinnen
  • Sensibilisierung von Erzieherinnen für Sprache
  • Konzepte des Elementarbereichs
  • Sprachförderung/ Zweitspracherwerb (inkl. Elternarbeit) für Migrantenkinder
  • Medien im Kindergarten
  • Tanzprojekte im Kindergarten
  • Umwelt im Elementarbereich
Aufgrund der Praxisorientierung, die durch viele Beispiele und relevante Themen untermauert wird, ist dieses Werk in vielen Situationen wie bspw. Projektarbeiten, Berufspraktika und Weiterbildungen einsetzbar.
 
 
 

Praxisbuch Sozialpädagogik - Band 5

Arbeitsmaterialien und Methoden

   
 
Arbeitsbuch

1. Auflage
DIN A4
vierfarbig
212 Seiten

Kogel, Kühne, Hendriks-Schramme, Hoffmann, Jansen, Nielen, Römer, Werner
 
 
 
ISBN:   978-3-427-75413-8
Bestellnr.:   75413
 
  Preis:  21,95 
   
Die Lehrbuchreihe bietet zahlreiche Arbeitsanregungen sowie Erläuterungen und Lösungshinweise. Sie gewährleistet mit fundierter Theorie und vielfältigen Beispielen die Handlungsfähigkeit im sozialpädagogischen Alltag. Die praxisrelevant ausgewählten Themenbereiche sind ideal für den Einsatz in der Projektarbeit. Die Reihe ist sowohl für das Berufspraktikum als auch zur Weiterbildung geeignet.

Themen Band 5:

• Stressbewältigung bei Erzieher/-innen
• Partizipation von Kindern
• Gesunde Ernährung
• Bewegung
• Spiele/Spielgeschichten im Freien
• Natur- und Umwelterziehung mit Kindern
• Theaterprojekte mit Kindern
 
 

Praxisbuch Sozialpädagogik - Band 6   Arbeitsmaterialien und Methoden

   
 
Arbeitsbuch

1. Auflage
DIN A4
vierfarbig
216 Seiten
 
 
ISBN:   978-3-427-75414-5
Bestellnr.:   75414
 
  Preis :  21,95
   
Die Lehrbuchreihe bietet zahlreiche Arbeitsanregungen sowie Erläuterungen und Lösungshinweise. Sie gewährleistet mit fundierter Theorie und vielfältigen Beispielen die Handlungsfähigkeit im sozialpädagogischen Alltag. Die praxisrelevant ausgewählten Themenbereiche sind ideal für den Einsatz in der Projektarbeit. Die Reihe ist sowohl für das Berufspraktikum als auch zur Weiterbildung geeignet.

Themen Band 6:

• Förderung der Sinne
• Fremdsprachen im Kindergarten
• Frühförderung – Erziehung unter 3 Jahren
• Umgang mit Aggression
• Brain-Gym® – das Gehirn zum Turnen bringen
• Kind und Tod – Trauerarbeit im Elementarbereich
 

 

 

Praxisbuch Sozialpädagogik - Band 7   Arbeitsmaterialien und Methoden

   
 
Arbeitsbuch

2009
1. Auflage
DIN A4
458 Seiten

 
 
ISBN:   978-3-427-75415-2
Bestellnr.:   75415
 
  Preis :  21,95
   
Die Lehrbuchreihe bietet zahlreiche Arbeitsanregungen sowie Erläuterungen und Lösungshinweise. Sie gewährleistet mit fundierter Theorie und vielfältigen Beispielen die Handlungsfähigkeit im sozialpädagogischen Alltag. Die praxisrelevant ausgewählten Themenbereiche sind ideal für den Einsatz in der Projektarbeit. Die Reihe ist sowohl für das Berufspraktikum als auch zur Weiterbildung geeignet.

Inhalt Band 7:

• Interaktion als Förderung
• Osterfestkreis und Herbstfeste im christlichen Jahreskreis
• Konzeption der musikalischen Bildung in Kindertageseinrichtungen
• Arbeiten im Ausland
• Bildung durch Kreatives Gestalten
• Praxis der Umweltbildung – heimische Kleintiere
• Der sozialpädagogische Einsatz von Sachbilderbüchern
 

 

 

Praxisbuch Sozialpädagogik - Band 8   Arbeitsmaterialien und Methoden

   
 
Arbeitsbuch

1. Auflage
DIN A4
210 Seiten


Erscheint im Juni 2010
 
ISBN:   978-3-427-75416-9
Bestellnr.:   75416
 
  Preis :  21,95
   

Die Lehrbuchreihe bietet zahlreiche Arbeitsanregungen sowie Erläuterungen und Lösungshinweise. Sie gewährleistet mit fundierter Theorie und vielfältigen Beispielen die Handlungsfähigkeit im sozialpädagogischen Alltag. Die praxisrelevant ausgewählten Themenbereiche sind ideal für den Einsatz in der Projektarbeit. Die Reihe ist sowohl für das Berufspraktikum als auch zur Weiterbildung geeignet.


Inhalt Band 8:

  • Bewegungskindergarten
  • Familienzentrum
  • Motorik
  • Motivieren
  • Armut & soziale Benachteiligung
  • Geschichten mit Instrumenten gestalten
  • Auslandspraktikum für Erzieherinnen
  • Kurzzeitbetreuung
  • Kinderatelier

 

 Zur Verlagshomepage                                  

 
Viele Kinder kennen ihren eigenen Körper kaum
Interview mit Nicole Hendriks, Erzieherin, Autorin und Fortbildnerin
 
                          
 
Nicole Hendriks ist seit 1995. Erzieherin bei der Stadt Essen. Sie ist Mitarbeiterin des 8-bändigen Buchprojekts „Praxisbuch Sozialpädagogik“ (im Bildungsverlag EINS, Troisdorf). In den letzten Jahren organisiert sie Fortbildungen zu den Themenschwerpunkten sensorische Integration und Graphomotorik .
 
Norbert Kühne:
Was erlebt die Erzieherin einer großstädtischen Kita in Sachen Motorik? Können Sie uns bitte einen kurzen Überblick geben, was Ihnen tagtäglich an Problemen auffällt?
 
Nicole Hendriks
Die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder im motorischen Bereich sind natürlich, wie andere Begabungen und Schwächen auch, sehr mannigfaltig. Eine häufig auftretende Problematik ist allerdings, dass Kinder oftmals mit einem sehr geringen Übungs- und Erfahrungsfeld im motorischen Bereich die Kita besuchen. Aus Elterngesprächen und Beobachtungen heraus ist schnell zu erkennen, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Motorik und dem Experimentieren und Kennenlernen der eigenen Grenzen und Fähigkeiten durch Eltern, Familie und Bezugspersonen oft vorschnell unterbunden wird. Eltern äußern oftmals, dass sie befürchten ihr Kind könne sich verletzen. Dies untermauern sie damit, dass ihr Kind ständig falle, sich verletze und blaue Flecke aufweise. Neben physiologischen und therapeutischen Indikationen ist die Ängstlichkeit der Eltern und der geringe Erfahrungswert der Kinder, die häufigste Ursache von Bewegungsauffälligkeiten. Viele Kinder kennen ihren eigenen Körper kaum, sie können Körperteile nicht differenziert benennen und haben eine retardierte Wahrnehmungsfähigkeit bezüglich ihrer Körperfunktionen. Immer mehr Kinder wirken ungeschickt in ihren Bewegungsausführungen, halten den Stift oft noch mit 5 und 6 Jahren sehr verkrampft oder im stützen ihn mit 4 oder 5 Fingern oder halten ihn gar mit der Faust. Sie können Bewegungsmuster nicht selektiv ausführen, haben eine mangelnde Bewegungsplanung, wirken im Gangbild plump und unelastisch, haben kaum Ausdauer und führen alle Bewegungen sehr langsam aus. Wieder andere rennen immer und ständig, klettern und balancieren, ohne Grenzen und Gefahren einzuschätzen und abzuwägen und empfinden selten Schmerzen. Diese Kinder können alles schnell aber kaum etwas langsam und zielgerichtet ausführen.
 
Norbert Kühne:
Welche Probleme empfinden Sie als schwerwiegend im Hinblick auf den Alltag in der Kita?
 
Nicole Hendriks
Die Probleme, die ich und auch viele Kolleginnen und Kursteilnehmer unserer Fortbildungen sehen, sind die mangelnde Entwicklung von Konzentration, Ausdauer, Geschick, Reizselektion und die Erweiterung ihrer kognitiven Fähigkeiten. Es ist erwiesen, dass Kinder, die ihren Körper nicht kontrollieren können, große weiterführende Probleme in ihrer Gesamtentwicklung aufweisen. Ein Beispiel hierfür: Wenn ich meinen Körper nicht ausreichend kontrollieren kann, werde ich immer wieder durch ihn abgelenkt. Anstatt mich auf ein Spiel, auf ein Lied oder auf das Frühstück zu konzentrieren, muss ich mich fortlaufend bewegen, ich rutsche auf meinem Po hin und her und kann mich nicht auf das Wesentliche konzentrieren. Ich kann Reize von außen, Geräusche, optische Eindrücke usw. nicht ausschalten und werde durch sie immer wieder von meinem eigentlichen Tun abgelenkt. Der Alltag einer Kita stellt jedoch in meinen Augen noch das geringste Problem dar. Im Elementarbereich lässt man diesen Kindern häufig noch viel Schonung zukommen. „Er ist halt noch klein“, „Sie wird es schon noch lernen“, „Er ist nun mal ein Tollpatsch“, „Das verwächst sich noch“ - und viele weitere Aussagen kann man oft im Zusammenhang mit solchen Kindern hören. In der Schule werden diese Schwierigkeiten dann prägnanter und stellen erst recht Problem dar, was dann auch Eltern bewusst wird. Die Ursachen sind jedoch nur noch schwer zu beheben. Die gezielte Förderung solcher Kinder obliegt also den Fachkräften im Elementarbereich. Die motorische Entwicklung und Förderung ist die Basis aller kognitiven, sprachlichen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten und somit die wichtigste Schulvorbereitung.
 
Norbert Kühne:
Nun muss man davon ausgehen, dass Erzieherinnen die beobachteten Defizite bei den Kindern bearbeiten sollten. Zuerst müssen sie ja wahrgenommen werden. Sind Erzieherinnen in der Lage, das zu leisten?
 
Nicole Hendriks
Durch die Fähigkeit, Bewegungsauffälligkeiten von Kindern zu erkennen und zu deuten, sind Erzieherinnen in der Lage diese zu bearbeiten. Diese Fähigkeit vereinfacht den Umgang mit diesen Kindern. Wenn ich weiß, warum ein Kind ständig fällt, andere immer anrempelt o.ä., kann ich ihm Hilfestellungen und Impulse bieten, um diese Schwäche auszugleichen. Ich kann Verständnis für dieses Kind entwickeln und kann es im täglichen Umgang unterstützen. Oftmals sind dies nur kleine Hilfsmittel, die ich diesem Kind zur Verfügung stelle oder kleine Anreize die seine Entwicklung fördern. Der Zeitaufwand ist um einiges geringer als ohne diese Beobachtungsfähigkeit. Dies kann ich aus meiner Arbeit mit Kindern und durch die Aussagen vieler Kolleginnen bestätigen. Bevor ich mich intensiv mit der motorischen Entwicklung eines Kindes, Bewegungsauffälligkeiten und dessen Förderung, auseinander gesetzt habe, habe ich mir an so manchem Kind über Monate und zum Teil Jahre die Zähne ausgebissen. Habe Bücher gewälzt, mit Kolleginnen und Fachleuten das Gespräch gesucht, versucht Eltern mit einzubeziehen und wusste dennoch oft nicht, ob ich die richtigen Beobachtungen mache. Wenn dann von mehreren Seiten meine Beobachtungen bestätigt wurden, stellte sich die Frage, wie man nun mit diesen Kenntnissen umgeht und die ganze Bandbreite fing von vorne an. Den Aspekt, dass Außenstehende, Eltern, Ärzte etc. nicht meine Beobachtungen teilten, mal ganz außen vor gelassen. Durch die Fähigkeit von Erzieherinnen, zu beobachten, zu beurteilen und zeitnah und individuell zu handeln, erwerben sie Sicherheit. Sie können ihre Beobachtungen den Eltern und Ärzten gegenüber selbstsicher vertreten und arbeiten wesentlich effizienter und bedürfnisorientierter am Kind. Der einzige Zeitaufwand, der bewältigt werden muss, ist der, sich das Wissen anzueignen. Die Umsetzung und die Anwendung dieser Kenntnisse ist aus jahrelanger Erfahrung für jede Erzieherin zu leisten. Bei Fallbesprechungen mit Erzieherinnen wird mir immer wieder bewusst, dass viele Kolleginnen auch schon ohne einen gezielten Wissenstand in der Lage sind, Kinder zu beobachten und Auffälligkeiten zu erkennen. Sie beschreiben Auffälligkeiten und stellen Vergleiche mit anderen Kindern an. Sie machen sich berechtigte Sorgen und wissen lediglich nicht, wie sie diese Beobachtungen deuten und was sie mit ihnen dann im Verlauf anfangen sollen.
 
Norbert Kühne:
Sie organisieren seit einigen Jahren Fortbildungen für Schulen und kommunale Einrichtungen. Stoßen Sie bei Erezieherinnen und Kita-Trägern auf Verständnis, wenn Sie auf mehr Fortbildungen für alle Bereiche der Motorik drängen?
 
Nicole Hendriks
Erzieherinnen sehen aus der täglichen Arbeit am Kind heraus in einem sehr hohen Maße die Notwendigkeit dieser Fortbildungen. Dies spiegelt auch die Resonanz unsere Veranstaltungen wieder. Erziehrinnen kommen oft mit dem Wunsch nach weiterführenden Seminaren auf uns zu. Sie fühlen sich durch die Seminarinhalte in ihren Beobachtungen und Vermutungen bestätigt. Sie erkennen an Hand von Videoaufzeichnungen Parallelen zu den Kindern ihrer Gruppe und erfahren eine große Erleichterung im Arbeitsalltag und Arbeitsstress durch Fördermaßnahmen und Hilfestellungen, die sie ohne viel Aufwand problemlos im Alltag umsetzen können. Erschrocken bin ich jedoch häufig darüber, dass viele Erziehrinnen die Seminare privat bezahlen, weil der Träger die Kosten einer externen Fortbildung nicht übernimmt. In diesen Punkten stelle ich mir dann schon die Frage, ob den Trägern die Notwendigkeit dieser Fortbildungen nicht klar ist. Durch meinen eigenen Träger erhalte ich zwar stets eine klare Stellungnahme, die die Notwendigkeit solcher Fortbildungsveranstaltungen bestätigt, jedoch fehlt es auch hier oftmals an finanziellen Mitteln, weitere Fortbildungsangebote zu organisieren, um Erzieherinnen flächendeckend und nicht nur vereinzelt zu schulen und fortzubilden. In Gesprächen mit Lehrern, Ärzten, Ergo- und Physiotherapeuten wird schnell klar, dass es dringend erforderlich ist, Kinder im Kindergartenalter oder früher zu fördern, um Bewegungsauffälligkeiten, Bewegungseinschränkungen und dem späteren Therapiebedarf vorzubeugen.
 
Norbert Kühne:
Nehmen wir an, Fortbildungen in Sachen Motorik sind effektiv oder sie erweitern die Kompetenzen der Erzieherinnen angemessen, dass diese in der Lage sind, bedeutende Defizite bei den Kindern aufzuarbeiten. Welche Konsequenzen hätte das für den Alltag einer Kita?
 
Nicole Hendriks
Für den Alltag einer Kita hätte das zur Folge, dass man sich im Team über einzelne Kinder in Fallbesprechungen austauschen kann, solange alle Mitarbeiter an einer Fortbildung teilgenommen haben. Die Zeit der aktiven Auseinandersetzung mit dem auffälligen Kind wird durch das Wissen verkürzt. Beobachtung und Handlung sind schneller eindeutig und klar. Erziehrinnen können sich somit wieder schneller auf das Wesentliche ihrer Arbeit konzentrieren. Durch diese Kompetenzen können Erzieherinnen ihren Alltag, sowie ihre Turnstunde, Bewegungsstunde, Spaziergänge, Spielphasen im Freien, Ausflüge auf den Spielplatz etc. anders strukturieren. Sie sind nunmehr in der Lage, Kindern nicht nur Bewegungsvielfalt zu bieten sondern ihnen gezielte Hilfestellungen und Impulse zur Bewegungsförderung zu geben. An dieser Stelle ist es mir wichtig, den Blick nicht immer nur auf Defizite zu richten, sondern auf die Kinder, die sich ganz normal entwickeln oder motorische Stärken und besondere Fähigkeiten aufweisen. Diese Kinder gehen im Geschehen oft unter, da man sie nicht ausreichend und individuell fordert und fördert. Die große Zahl der bewegungsauffälligen Kinder lenkt uns zudem oft von den positiven Entwicklungen ab, die auch ein bewegungsauffälliges Kind erbringen kann. Durch die erworbenen Kompetenzen ist man imstande, diese Aspekte wieder zu erkennen. Gruppenräume, Flure, Turnhallen etc. können durch die erworbenen Kompetenzen sinnvoller und unterstützend konstruiert und gestaltet werden, um Bewegungsförderung allein durch die Anordnung von Möbeln und Bewegungsmaterialien zu gewährleisten. Die Konsequenz für den Alltag ist somit eine gezielter Unterstützung und Förderung aller Kinder in sämtlichen Entwicklungsbereichen und mit sämtlichen Entwicklungstendenzen.
 
Norbert Kühne
Als Erzieherin arbeiten Sie auch mit Eltern zusammen. Wie unterstützen Sie Eltern ganz praktisch, um motorische Defizite bei ihren Kindern zu vermeiden bzw. zu bearbeiten? Haben Sie andererseits die Erfahrung gemacht, dass Sie sich auf die Mitarbeit der Eltern stützen können, wenn es dann wirklich zur Sache geht?
 
Nicole Hendriks
„Praktisch“ ist das ausschlaggebende Wort. Ohne praktische Anteile geht es nicht. Es hat keinen Sinn, Eltern gegenüber belehrend die Notwendigkeit der motorischen Entwicklung zu verdeutlichen. Es ist abstrakt und für Eltern nicht nachvollziehbar. Wichtig ist es immer, Eltern den Zusammenhang zwischen der motorische und der geistigen Entwicklung zu verdeutlichen. Die geistige Entwicklung seines Kindes steht natürlich für jedes Elternteil an erster Stelle. Zudem hatte ich eingangs beschrieben, dass Eltern oft Angst vor Verletzungen ihrer Kinder haben. Diese Angst muss ihnen erst einmal genommen und die Notwendigkeit der motorischen Entwicklung verdeutlicht werden. Durch Videoaufzeichnungen kann man Eltern gut verdeutlichen, wie Kinder sich bewegen dürfen und sollten - und wie Einschränkungen in der Gesamtentwicklung durch motorische Defizite zum Vorschein kommen. Die Teilnahme am Turnen oder das Hospitieren in der Gruppe bei Bewegungsimpulsen ist für Eltern oft sehr anschaulich und verständlich. Oft erlebe ich auch, dass Eltern einfach mal ein paar Tipps benötigen, wie sie die motorische Förderung ihres Kindes unterstützen können. Dies sind meist Kleinigkeiten, wie z. b.: „Wenn er nicht an die Tasse ran kommt, geben sie ihm die Möglichkeit, sich einen Stuhl zu nehmen um an den Schrank zu gelangen.“ Geben Sie hier Beispiele und Vergleiche aus der Gruppe und erläutern Sie, warum es für das Kind wichtig ist. Nehmen sie den Eltern die Verpflichtung, ihrem Kind jeden Gang und jede Tätigkeit abnehmen zu müssen. Wenn der Verlauf dieser Elternarbeit bedacht und stets im Sinne des Kindes stattgefunden hat, habe ich mich immer auf die Mitarbeit der Eltern verlassen können. Selbst in schwierigen Elterngesprächen ist mir spätestens bei der Verdeutlichung der Gesamtentwicklung und der Folgen von Bewegungsauffälligkeiten die Mitarbeit der Eltern sicher. Man muss sich immer vor Augen führen, dass Eltern nur das Beste für ihr Kind wollen. Einen Rückzug werden Sie erleben, wenn Eltern das Gefühl bekommen, schuldig zu sein oder wenn schwerwiegendere Probleme oder Sorgen in der Familie im Vordergrund stehen.
 
Norbert Kühne;
Gibt es auch Defizite, vor denen Sie kapitulieren – die Sie delegieren müssen an therapeutische Institutionen?
 
Nicole Hendriks
Auch hier ist es vorerst einmal wichtig, Kompetenzen zu erlangen, um diese Situation und Gegebenheit zu erkennen und zu deuten. Im Laufe der Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Einschränkungen im Kindergartenalltag aufgefangen werden können, ohne konstante therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zumal die Ausstellung therapeutischer Rezepte auf Grund der Gesundheitsreform immer geringer wird. Kinder und Eltern haben jedoch ein Recht darauf, von Fachleuten begleitet zu werden, wenn dies notwendig ist. Wir Erzieher haben nun mal keine therapeutische Ausbildung und müssen dies auch akzeptieren. Das bedeutet für mich immer, alles was ich pädagogisch begründet umsetzen kann, um Kinder zu fördern, gehört zu meinem Arbeitsbereich. Wenn ich jedoch beobachte, dass die Auffälligkeiten meine Kompetenzen überschreiten oder ich nach einer gewissen Zeit keine Veränderungen bemerke, muss ich weiterführende Förderungen an therapeutische Institutionen zum Wohle des Kindes delegieren. Mit den Kompetenzen, über die ich verfüge, fällt es mir dann nicht schwer, mich vor Ärzten und Therapeuten zu erklären und den bisherigen Verlauf der Entwicklungsgeschichte des Kindes zu beschreiben. 
 
 
Norbert Kühne
Frau Hendriks, wir danken Ihnen für die Informationen und wünschen Ihnen viele Erfolge bei Ihrer Arbeit.
 
 
Weiter Informationen zu unseren Seminarveranstaltungen erhalten Sie unter:
 
per E-Mail: nicmatt@arcor.de
 
Es sind Einzel- oder Teamfortbildungen möglich.
 

 
 Kindergartenpädagogik
- Online-Handbuch -
     Herausgeber: Martin R. Textor
 
 
 
 
Fördern zwischen Erziehung und Therapie - am Beispiel Sensorische Integration (SI)
Norbert Kühne

Interview mit Manuela Freitag und Nicole Hendriks, Erzieherinnen in den städtischen Kitas Portendieckstraße und Steeler Straße, Essen
 
Norbert Kühne: Könnten Sie unseren Lesern an einem konkreten Beispiel erläutern, was eine Erzieherin heutzutage mit dem Thema Sensorische Integration zu tun hat? Ich weiß inzwischen, dass Sie sich intensiv damit beschäftigen mussten, weil es die Situation in Ihrer Kita erforderte.
 
Manuela Freitag: Nehmen wir das Beispiel Toni. Er besucht unsere Einrichtung seit Mai 2002. Er wird im Juni 2003 zwei Jahre alt. Toni wächst mit seiner Mutter, seinem Vater und seiner älteren Schwester (4 Jahre) auf, die auch unsere Einrichtung - in einer anderen Gruppe - besucht. Beide Eltern sind berufstätig, die Mutter ist teilzeitbeschäftigt.
Toni konnte mit 15 Monaten laufen, jedoch sind seine Bewegungen dabei bis heute noch nicht flüssig. Er gleicht sein Gleichgewicht beim Laufen noch stark mit den Armen aus und hat dabei einen sehr konzentrierten Gesichtsausdruck. Dies lässt darauf folgen, dass er viele Bewegungen noch nicht automatisiert hat; er ist in solchen Phasen noch in der Bewegungsplanung. Er hat zudem stark ausgeprägte O-Beine und seine Füße gehen nach innen. Auch ist er in seiner Grundhaltung eher schlaff; in seiner Bewegungsausführung ist er verkrampft. Er ertastet alle Gegenstände und Materialien zuerst mit dem Mund und hatte dabei lange Zeit viel Speichelfluss.
Toni spricht nur vereinzelte Worte. Bis vor kurzem hat er lediglich harte abgehackte Laute geäußert, er hat nie melodische Lallmonologe von sich gegeben. Sein Sprachverständnis ist gut entwickelt, er versteht Aufforderungen und kann diese auch umsetzen und ausführen. Dies lässt darauf schließen, dass Toni kognitiv gut entwickelt ist.
Bei der Kontaktaufnahme zu anderen Kindern geht er sehr grob vor, er tritt, schubst, haut und beißt und kann dabei seine Kraft nicht dosieren. Er konnte lange Zeit ein "Nein" nicht akzeptieren und schmiss sich dabei auf den Boden oder er warf mit Gegenständen um sich.
Viele Materialien, die er mit den Fingern ertasten muss, lehnt er ab (z.B. Watte, Knete, Fingerfarbe). Mit Materialien, die er mag, beschäftigt er sich sehr konzentriert und experimentiert sehr lange mit ihnen (z.B. Matsche, Wasser, Erde). Diese Konzentration ist in der Einzelförderung gut zu erkennen. Innerhalb des Gruppengeschehens hat er oft Schwierigkeiten, seine Reize zu selektieren; er lässt sich dann sehr schnell über das auditive oder auch über das visuelle System ablenken.
Aufgrund unserer Beobachtungen wurden bei ihm durch eine Ergotherapeutin Störungen im kinästhtischen/ propriozeptiven System festgestellt.
 
Norbert Kühne: Beginnen wir am besten mit der Frage, wie Sie denn bei diesem Kind Störungen erkennen. Welcher Art sind diese Störungen?
 
Manuela Freitag:Als erstes fiel uns Toni mit seiner stark ausgeprägten oralen Phase auf. Er nahm seine Umwelt nicht, wie es in diesem Alter normal ist, über seine Hände und über Hautkontakt auf, sondern ausschließlich über den Mund. Sicherlich nehmen Kinder in seinem Alter noch viel über den Mund wahr, da die Wahrnehmungsreize im Mundbereich im frühen Alter am stärksten ausgeprägt sind, jedoch sollte das taktile Empfinden die Wahrnehmung durch den Mund bald überlagern.
 
Nicole Hendriks:Wie aus dem Beispiel schon hervorgeht, konnten wir beobachten, dass Toni in seinem tiefensensiblen Bereich unterinformiert ist. Das bedeutet: Er erhält zu wenige Informationen und Rückmeldungen von seinem Körper. Sein Spürsinn meldet ihm z.B. nicht, mit wie viel Kraft und Druck er agiert und wie er seine Körperteile in Stellung bringt, um sein Gleichgewicht zu halten und um sich gezielt zu bewegen. Auffällig war ebenso, dass er taktil eine große Abwehrhaltung bestimmten Materialien gegenüber hat und dass er Reize von außen nur schwer selektieren kann.
 
Norbert Kühne: Nun könnte man vermuten, dass es doch nahe liegend ist, Kinder mit diesen Problemen zu fördern. Aber Sie beide sind ja nicht therapeutisch tätig sondern pädagogisch. Da geht es doch zuerst einmal darum, ob Sie als Erzieherinnen mit der dazu gehörenden Ausbildung diesen "diagnostischen Blick" haben. Oder wodurch sind Sie denn in der Lage, die Probleme z.B. dieses Kindes zu erkennen und Fördermaßnahmen ins Auge zu fassen?
 
Manuela Freitag:Es geht hier in keinem Falle darum, eine Diagnostik zu erstellen oder in therapeutischer Art und Weise zu arbeiten, denn wir haben uns bewusst für die Arbeit als Erzieherin entschieden. Die Therapie ist für ausgebildete Fachkräfte unserer Einrichtung. Wichtig ist uns jedoch, die Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu fördern.
 
Nicole Hendriks:Dazu gehört für uns nicht nur die allgemeine Förderung wie z.B. das Einüben der Sozialkompetenzen oder der kognitiven Entwicklung, sondern auch der Bereich der sensorischen Integration. Wir sind der Lage, diese Probleme oder - sagen wir lieber - diese Handicaps zu erkennen, weil wir Fortbildungen und Seminare zur SI besucht haben und aufgrund der tollen Zusammenarbeit mit einigen Ergotherapeuten, die uns zu Anfang viel unterstützt haben.
 
Manuela Freitag:Während unserer Ausbildung hatten wir leider nicht die Gelegenheit, Erfahrungen im Bereich der sensorischen Integration zu sammeln. In der Schule beschränkte man sich auf Informationen über die Fernsinne Hören, Riechen etc. Die typischen Angebote wie Kimspiele und dergleichen wurden uns nahe gebracht.
 
Nicole Hendriks:Als wir im Laufe der Zeit bemerkten, dass es immer mehr Kinder mit Wahrnehmungsdefiziten gibt, haben wir uns auf den Weg gemacht, um uns Wissen anzueignen, das uns befähigt, innerhalb der Gruppe mit diesen Kindern zu arbeiten.
 
Norbert Kühne: Geht man vom gängigen Kindergarten mit ca. 25 - 27 Kindern aus, kann man die Erzieherinnen nur bedauern, wenn sie Kinder wie Toni gezielt fördern sollen - womöglich auch noch in Einzelförderung. Wie kriegen Sie das denn auf die Reihe in Ihrer Einrichtung? Sie haben mit Sicherheit viele Kinder, die intensiv gefördert werden müssten.
 
Nicole Hendriks:Ja, es gibt mittlerweile, aufgrund der heutigen Lebensbedingungen, eine Vielzahl von Kindern, die Auffälligkeiten im Bereich der Wahrnehmung aufweisen. Deshalb gestalten wir unseren Alltag in der Kita und unser Raumkonzept beispielsweise so, dass wir die Entwicklung und Förderung der Wahrnehmung als einen wichtigen Bestandteil in unsere pädagogische Arbeit mit aufnehmen. Das Zeitkontingent einer jeden Kollegin muss natürlich bedacht eingesetzt werden.
 
Manuela Freitag:Und bedauern muss man solche Erzieherinnen sicherlich nicht, denn jede pädagogische Mitarbeiterin, die die Chance erhält, ein Kind effektiv fördern zu können, sollte sich glücklich schätzen. Wir haben festgestellt, dass es viele Möglichkeiten gibt. Es kommt nicht immer darauf an, stundenlange Einzelförderungen durchzuführen, manchmal reichen kleine Impulse aus. Bei uns verbringen die Kinder einen großen Teil ihrer Zeit; wir denken, dass man diese Zeit nutzen muss.
 
Norbert Kühne: Könnten Sie uns denn ein paar Details Ihrer Fördermaßnahmen bei Toni erläutern?
 
Manuela Freitag: Toni muss die Gelegenheit bekommen, Informationen aufzunehmen, diese zu selektieren, sie zu verarbeiten, einzuordnen und mit einer darauf abgestimmten Handlung zu reagieren. So bekommt er z.B. die Möglichkeit, innerhalb der Gruppe unterschiedlich schwere Kanister zu transportieren und seine Kraft zu dosieren, indem er Tätigkeiten ausüben kann, bei denen er Druck und Zug anwendet, wie es z.B. beim Stempeln, beim Papierreißen, Backen, Kneten etc. notwendig ist. Massage mit unterschiedlichen, ihm angenehmen Materialien, Fingerspiele mit ganzem Körpereinsatz und ein mit Kissen ausgestopfter Schlafsack, aber auch der gezielte Einsatz von Rollbrett und Trampolin verschaffen ihm Impulse, die ihm helfen, sich mit seiner Tiefensensibilität auseinander zu setzen.
 
 
Nicole Hendriks:Sehr beliebt ist auch das Sandwichspiel, in dem ein Kind mit einer tollen Geschichte, die das Geschehen begleitet, vorsichtig zwischen zwei Matten gelegt wird. Hier kann Toni Druck am ganzen Körper erfahren. Sein Gleichgewicht kann man fördern, indem man ihm das regelmäßige Spiel in einer Hängematte sowie das Rutschen und Schaukeln auf unterschiedlichen Geräten und Untergründen ermöglicht. Im taktilen Bereich benötigt er viele Materialerfahrungen. Angefangen bei bekannten Materialien und solchen, die er mag und annimmt. Laufen und Krabbeln auf verschiedenen Bodenbelägen vermitteln unterschiedliche Reizwahrnehmungen, da der Körper sich dem Belag mit Hilfe der wechselnden Gleichgewichtsreaktion anpassen muss. Wie Sie sehen, sind es Fördermaßnahmen, die meistens mit wenig Material und Zeitaufwand zu realisieren sind, und viele dieser Materialien haben wir in unseren Kindertagesstätten.
 
 
Norbert Kühne:Nun ist das Thema "Sensorische Integration" ja sehr komplex. Wie schaffen Sie es, all diese Informationen parat zu haben, die Sie im Alltag Ihrer Kita brauchen? Verwenden Sie Nachschlagewerke - gibt es überhaupt welche, die überschaubar sind?
 
Nicole Hendriks:Es gibt sehr viel gute und anschauliche Fachliteratur. "Bausteine der kindlichen Entwicklung" von A. Jean Ayres und "Geschickte Hände, wacher Verstand" sind Bücher, die die Wahrnehmungsentwicklung und die sensorische Integration auf einfache und dennoch fachlich präzise Weise erläutern.
 
Manuela Freitag: "Sinn- voll und alltäglich" von C. Meier und J. Richle und "Spielerisch im Gleichgewicht" von Monika Murphy-Witt sind Praxisbücher, die eine Fülle guter Angebote und Fördermaßnahmen darstellen. Auch das Buch "Was ist los mit meinem Kind?" ist, wie die anderen Bücher, ein interessantes Fachbuch, das in keiner Kita fehlen sollte. Diese sind zumindest unsere Lieblingsbücher, die wir gerne weiterempfehlen.
 
Norbert Kühne: Frau Freitag und Frau Hendriks, haben Sie ganz herzlichen Dank für das Gespräch.
 
Autor
Norbert Kühne ist Lehrer in der Erzieherinnen-Ausbildung und Koordinator für Schullaufbahnberatung am Hans-Böckler-Berufskolleg, Marl.
 
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Kindergartenpädagogik
- Online-Handbuch -
Herausgeber: Martin R. Textor
 
 
 
Praktikantenanleitung
Norbert Kühne

Interview mit Nicole Hendriks, Erzieherin in der städtischen Kita Steeler Straße in Essen
 
Norbert Kühne: Frau Hendriks, ich habe gerade Ihre 16-seitige beeindruckende Gruppenkonzeption gelesen. Nun kann man vermuten, Sie haben auch ein Konzept für die Betreuung der Berufspraktikantinnen. Könnten Sie uns das kurz darstellen?
 
Nicole Hendriks: Ich habe seit einigen Jahren das Glück, mit Praktikanten aus unterschiedlichen Ausbildungsstufen arbeiten zu dürfen. Ich habe jedoch während dieser Arbeit festgestellt, dass die Inhalte dieses Jahres eine große Bandbreite beinhalten, mit denen die Praktikanten zuvor noch nicht vertraut gemacht wurden.
Umso wichtiger ist es für mich, die Inhalte strukturiert in ein Jahr einzubinden. Das Phasensystem besteht aus vier Stufen: 1. Die Orientierungsphase, 2. Das Vertiefen und Erweitern bisher erworbener Fähigkeiten, 3. Das Erwerben fachlicher Selbständigkeit und 4. Das eigenständige Ausüben pädagogischer und organisatorischer Tätigkeiten. Jede Phase erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Monaten. In der jeweiligen Phase werden konkrete Arbeitsweisen formuliert, die von Phase zu Phase detaillierter werden und immer mehr Eigenverantwortung und Selbständigkeit des Praktikanten verlangen.
Die Phasen decken den gesamten Einsatzbereich einer Erzieherin ab. Es werden Inhalte aus pädagogischen, organisatorischen und pflegerischen Tätigkeiten sowie der Elternarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Teamarbeit berücksichtigt.
In regelmäßigen Abständen schaut man sich während der Anleitergespräche das Phasensystem an und kann so alle Arbeitsbereiche reflektieren. In welchen Bereichen ist der Praktikant sicher, wo gibt es noch Unsicherheiten, was muss noch genauer beachtet werden? Der Praktikant macht sich ein Bild über die Aufgabengebiete eines Erziehers und kann sich und seine Fähigkeiten einschätzen und beurteilen. Er lernt seine Stärken und Schwächen kennen, erlebt einen stetigen Aufbau seiner Leistungen. Was in der ersten Phase zum Beispiel als Mithilfe bei der Planung von Elterngesprächen beschrieben wird, lautet in der zweiten Phase: stetige aktive Teilnahme an Elterngesprächen und deren Planung und Reflexion; in der dritten Phase: Durchführung eines Elterngespräches; und in der vierten Phase: eigenständige Planung und Durchführung eines Elterngespräches. So wie in diesem Beispiel verzeichnet das Phasensystem in allen Bereichen eine stetige Weitentwicklung und eine höhere Anforderung.
 
Norbert Kühne: Wie finden denn Ihre Praktikantinnen dieses Konzept? Falls diese überhaupt Erwartungen an die Anleitung haben!
 
Nicole Hendriks: Ich glaube, dass es unterschiedliche Meinungen zu diesem System bei Praktikanten gibt. Bisher habe ich jedoch nur positive Rückmeldungen von Praktikanten erhalten. Die Arbeit mit diesem Konzept fordert ein sehr eigenständiges und strukturiertes Arbeiten des Praktikanten. Bei der ersten Auseinandersetzung mit diesem Schriftstück weckt es meistens bei den Schülern den Gedanken, ob diese Anforderungen zu realisieren sind. Nach der ersten Fülle von Informationen und Erwartungen stellen die Schüler jedoch fest, dass sie diese Teilbereiche entweder schon einmal ansatzweise in einem ihrer Praktika kennen gelernt oder theoretisch durchgenommen haben. Somit ist dies kein neuer Anteil ihrer Erzieherausbildung, sondern ein Übergang von der Theorie in die Praxis. Positiv kam bisher bei den Praktikanten an, dass diese zum Teil noch unbekannten Arbeitsfelder ein großes Interesse und eine spannende Lernbereitschaft weckten.
Als einen positiven Aspekt beschreiben die Praktikanten immer wieder, dass sie es schätzen, wenn wir uns als Einrichtung Gedanken zu einer effektiven Ausbildung machen und nicht nur allgemeine Erwartungen an die Praktikanten haben. Diese Form eines Konzeptes für Berufspraktikanten ist im entferntesten Sinne auch eine Erwartung, jedoch eine, wie ich feststelle, die für Praktikanten eindeutiger ist als manche andere. Die Praktikanten können anhand dieses Konzeptes erkennen, wozu sie zum Ende ihres Praktikums in der Lage sein werden, wenn sie sich mit diesem Konzept vertraut machen und sich an die unterschiedlichen Phasen halten. Einige dieser Inhalte überschneiden meistens auch die Erwartungen des Praktikanten. Praktikanten, die Schwierigkeiten haben, ihre Erwartungen zu formulieren, können sich anhand dieses Systems eigene Vorstellungen zu ihrer Ausbildung machen.
Das Phasensystem kann jedoch nur Früchte tragen, wenn sowohl Praktikanten als auch die Praxisanleitung den Nutzen und den Sinn dieser Struktur erkennen. Aus diesem Grunde erhalten die Praktikanten schon im Vorstellungsgespräch dieses Konzept und zusätzlich eine kurze Ausbildungsbeschreibung, in der wir unsere Praktikantenbetreuung beschreiben. Denn um überhaupt mit diesem Phasensystem erfolgreich arbeiten zu können, müssen beide Seiten ähnliche Vorstellungen von der Form der Ausbildung und Zusammenarbeit haben. So hat jeder Schüler die Gelegenheit, sich dieses Konzept in Ruhe durchzulesen, sich Gedanken dazu zu machen und gegebenenfalls Rücksprache bei Unklarheiten mit uns zu halten.
 
Norbert Kühne: Nicht viele Kitas haben solch klare Konzepte - nicht einmal alle Schulen, die Erzieherinnen ausbilden. Wie sind Sie darauf gekommen, Praktikantinnen mit einem Konzept zu konfrontieren?
 
Nicole Hendriks: Die praktischen Inhalte des Anerkennungsjahres nehmen den größten Teil dieser Ausbildungsstufe ein. Das erworbene Wissen der Unter- und Oberstufe wird systematisch im Berufspraktikum umgesetzt und vertieft. Im Gegensatz zu den bisherigen Praktikumsphasen verbringen die Schüler nun den größten Teil ihrer Zeit direkt in der Arbeit mit den Kindern, Eltern und Kollegen. Dies bedeutet jedoch auch, dass die Zeit klar strukturiert werden muss, um überhaupt in einem Jahr alle Facetten dieser Arbeit auszuprobieren und vor allem festigen zu können.
In den ersten Jahren meiner Praktikantenanleitung musste ich leider häufig die Erfahrung machen, dass zum Ende des Praktikums viele Erwartungen an die Praktikanten gestellt wurden. Plötzlich bemerkte man zur Mitte des Praktikums hin, dass der Praktikant z.B. noch an keinem Elterngespräch teilgenommen hat oder dass er z.B. bisher kaum Erfahrungen in organisatorischen Bereichen sammeln konnte. Es gab stets geballte Zeiten, in denen dann vieles auf einmal sowohl auf den Praktikanten als auch auf mich als Praxisanleitung zukam.
Ich nahm mir dann vor, den nächsten Schüler früher an verschiedene Aufgabengebiete heranzuführen. Jedoch kreuzten immer wieder unvorhersehbare Ereignisse diesen Weg, der in meinen Augen unzureichend strukturiert war. Da ich sowohl die Praktikanten als auch mich und meine Kolleginnen in diesen Zeiten überforderte und besonders die Qualität dieser Praktikumsbegleitung nicht mehr meinen Erwartungen entsprach, habe ich mich auf die Suche nach einer Lösung gemacht.
Es war nicht schwer herauszufinden, was ich eigentlich wollte: eine Struktur! Eine Möglichkeit, das Anerkennungsjahr so aufzuteilen, war, dass all das, was ich dem Schüler in diesem Jahr an Wissen und Erfahrungen mitgeben wollte, eine sinnvolle Aufteilung erhält. Eine Struktur, in der der Praktikant sich nicht überfordert und vor allem seine eigenen Wünsche und Interessen noch in umfangreichem Maße ausleben und eigene Vorstellungen realisieren kann. Das Phasensystem soll dem Praktikanten nicht die Arbeit während des Anerkennungsjahres vorschreiben und die Individualität rauben, sondern vielmehr eine Hilfe zur Strukturierung sein, um möglichst viele Erfahrungen zu sammeln.
 
Norbert Kühne: Jede Praktikantin erlebt Ihre Einrichtung an der Steeler Straße in Essen sicherlich anders. Jede Praktikantin hat andere sozialisatorische Voraussetzungen, andere Stärken, Probleme und auch Schwächen. Welche Ziele hat Ihre Anleitung eigentlich?
 
Nicole Hendriks: Das wichtigste in der Praktikantenanleitung, was ich am Ende eines jeden Praktikums erreichen möchte, ist die Entwicklung eines eigenen, ganz persönlichen und individuellen pädagogischen Stils, den auch dieses Konzept positiv zu unterstützen versucht. Das Konzept gibt z.B. nicht vor, wie, sondern nur in welcher Form wir unsere tägliche Arbeit gestalten.
Das größte Ziel der Praktikantenanleitung ist für mich, die Stärken eines Praktikanten herauszufiltern und diese zu unterstützen. Das Anerkennungsjahr beinhaltet außerdem genügend zeitliche und organisatorische Gegebenheiten, um Schwächen und Probleme zu reflektieren und vor allem um sich immer wieder damit auseinander zu setzen und diese in der praktischen Arbeit zu üben. Das Berufspraktikum ist die letzte Gelegenheit, um in allen Bereichen praktische Erfahrungen zu sammeln. Jeder Praktikant hat hier noch das Recht, Fehler zu machen, und hat somit die Möglichkeit, sich bei dieser praktischen Auseinandersetzung positiv weiter zu entwickeln.
Weiterhin soll der Praktikant befähigt werden, innerhalb eines Teams in Eigenverantwortung zu kooperieren, sein berufliches Handeln zu planen, in seiner Wirkung einzuschätzen und zu begründen, Kritik als Hilfe anzunehmen und zu geben, Selbstreflexion zu üben und als professionelle Anforderung anzuerkennen sowie seine erlernten Kenntnisse als Basiswissen zu begreifen und bereit zu sein, diese zu vertiefen und zu erweitern.
 
Norbert Kühne: Könnten Sie uns zum Schluss erläutern, wann Sie Praktikantinnen und ihre Voraussetzungen problematisch finden? Können Sie dann - die Anleitung - auch aufgeben, weil Sie sich nicht viel davon versprechen, z.B. wenn Ihre Interventionen ohne Wirkungen sind?
 
Nicole Hendriks: Problematisch wird es immer dann, wenn die Praktikanten zwar ihr Anerkennungsjahr bestehen, jedoch dafür nur so wenig wie möglich tun wollen. Ich finde, man muss berücksichtigen, dass die Praktikanten wie wir einen Acht-Stunden-Tag haben und nur eine geringe Motivation, seitenlange Planungen und Ausarbeitungen zu schreiben. Auf der anderen Seite denke ich jedoch auch, dass sie dieses letzte Jahr ihrer Ausbildung als Chance nutzen müssen, gerade in den Bereichen, in denen sie noch Schwierigkeiten haben, sich weiter zu entwickeln.
Meine Interventionen sind dann ohne Wirkung, wenn die Praxisanleitung einseitig verläuft. Das bedeutet, wenn wir investieren, aber der Praktikant in sich selbst bzw. in seine Leistungen nicht mehr investiert. An diesen Stellen gebe ich, natürlich nach einer klaren Auseinandersetzung mit dem Praktikanten, der Schule und der Leitung meine Anleitung auf, da mir meine Zeit, die natürlich den Kindern abgeht, viel zu kostbar ist. Wenn es sich lohnt, diese Zeit zu investieren, tu ich es gerne, da es für mich wichtig ist, professionelle Erzieher auszubilden. Denn niemand arbeitet mit so kostbarem Gut wie wir.
Die Verantwortung, die wir in der Arbeit mit Kindern tragen, ist enorm groß. Ich kann diese Kinder in ihrer Entwicklung nicht nur mit dem Herzen begleiten, sondern mit klaren Zielvorstellungen und formulierbarem pädagogischem Hintergrund. Diese Voraussetzungen müssen gegeben sein, um eine gute Ausbildung zu garantieren.
 
Norbert Kühne: Danke für das Gespräch!

 

Rezensionen

 
Praxisbuch Sozialpädagogik - Arbeitsmaterialien und Methoden. Band 1 (75409)
Der Bildungsverlag Eins hat mit der Herausgabe einer neuen Reihe begonnen: „Arbeitsbücher für Praktikantinnen und Erzieherinnen“. Die beiden Herausgeber Katrin Zimmermann-Kogel und Norbert Kühne haben im jetzt erschienenen Band 1 erprobtes Unterrichtsmaterial gesammelt, das auf dem aktuellen fachlichen Diskussionsstand in Aus-, Fort- oder Weiterbildung von Erzieherinnen einsetzbar ist. Das Buch bietet eine Sammlung von Themen, die zur Zeit aus der sozialpädagogischen Praxis nicht weg zu denken sind:
  • Konzeptentwicklung
  • Erlebnispädagogik
  • Interkulturelle Erziehung
  • Sensorische Integration
  • Praktikantinnenbetreuung
  • Konfliktbearbeitung im Team
  • Elternkonfliktgespräch
Endlich einmal ansprechend gestaltet: Eine bunte, Neugier weckende Kinderzeichnung schmückt das Cover, statt der bei Schulbuchverlagen offenbar sonst so beliebten unruhig– konstruktivistischen Aufmachung. Nichts erinnert hier mehr an ein Unlust erzeugendes Schulbuch. Das will es sichtlich auch gar nicht sein, sondern, wie der Untertitel verspricht, eine Sammlung von „Arbeitsmaterialien und Methoden“ im Din-A-4-Format.

Und dieses Versprechen löst das Buch auch ein. In sieben Kapiteln werden tatsächlich handhabbare Arbeitsmaterialien vorgelegt zu Themen, die in der schulischen Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern sowie für Berufspraktikerinnen Relevanz haben. Der Band wird eröffnet mit dem ersten Kapitel zur „Konzeptionsentwicklung“ in Tageseinrichtungen für Kinder. Die folgenden drei Kapitel bieten Materialien zur Erarbeitung von Schwerpunktthemen im pädagogischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen: „Erlebnispädagogik“, „Interkulturelle Erziehung“ und „Sensorische Integration“. Die Themen der Kapitel 5, 6 und 7 „Praktikantinnenbetreuung“, „Konfliktbearbeitung im Team“ und „Elternkonfliktgespräch“ beziehen sich auf die Schwerpunkte Praktikantinnen, Eltern und Team.

Auf einem erfahrungsorientierten Ansatz basierend, sind die Kapitel methodisch-didaktisch so angelegt, dass sie unmittelbar als Arbeitsgrundlage im Unterricht, in Selbstlernphasen oder Seminaren einsetzbar sind. Konsequent mit einem motivierenden Einstieg beginnend und ausgehend von einer persönlichen Auseinandersetzung der Lernenden mit dem Thema, bieten die daran anschließenden „Arbeitsblätter“ Möglichkeiten zur theoretischen Untermauerung des Themas. Abgeschlossen werden die jeweiligen Kapitel mit Umsetzungs- oder Gestaltungsvarianten sowie mit einem Anhang mit Lösungen oder Erläuterungen zu den Aufgaben des bearbeiteten Kapitels.

Als ein Beispiel sei hier das Kapitel „Interkulturelle Erziehung“ herausgegriffen. Hier finden sich als Einstieg Begrüßungsformeln in arabischen Schriftzügen, die von ausführlichen Anregungen zur Bearbeitung gefolgt werden, mit dem entsprechenden Platz für eigene Notizen dazu. Es folgen unterschiedlichste methodische Anregungen, wie Fotos, spielerische Übungen, fiktionale Texte und Fakten, die Anlass zur Auseinandersetzung mit Fremdheitserfahrungen geben. Unter der Überschrift „Theoretische Basis“ finden sich auf neun Seiten Arbeitsanregungen zur Problematisierung des Begriffs der Inter –Kulturalität, zu verschiedenen kulturellen Normen und Werten sowie zu Definition und Prinzipien interkultureller Erziehung und anzustrebenden interkulturellen Kompetenzen. Der letzte Teil „Gestaltungsmöglichkeiten“ gibt eine Fülle von methodischen Hinweisen zum Einsatz von Alltags- und Spielmaterialien, Spielen und Liedern zur interkulturellen Erziehung, zum Zweitspracherwerb von ausländischen Kindern und zur Zusammenarbeit mit Eltern.

Die übrigen sechs Kapitel des Buches sind ähnlich aufgebaut und bieten dem, der damit arbeitet, reichlich fachlich fundiertes und aktuelles Material sowie eine Fülle methodischer Hinweise und Planungsgrundlagen für die Einzel- oder Gruppenarbeit: Ideenbörsen, mindmapping, brainwriting, Checklisten und weitere Methoden zur Ideensammlung, viele sinnvolle Übungen zur Selbsterfahrung (bspw. im Kapitel „Sensorische Integration“), fundierte Fallbeschreibungen, Anregungen zur Übung in Rollenspielen, ergänzt durch aktuelle Literaturempfehlungen und Internetadressen.

Empfehlenswert ist das Arbeitsbuch nicht nur, weil es ein „Praxisbuch“ in mehrfacher Bedeutung ist, sondern weil es auch den aktuellen fachlichen und methodisch-didaktischen Diskussionsstand widerspiegelt und so zur Professionalisierung von Erzieherinnen und Erziehern beiträgt. Der Preis von 18,50 € scheint mir angesichts der vielfältigen und umfangreichen Materialien angemessen.

Quelle: www.kindergartenpaedagogik.de; Stand: 08.08.2006
Autor/-in: Ulrike Heusinger
 

 

Praxisbuch Sozialpädagogik - Arbeitsmaterialien und Methoden. Band 2 (75410)
Das Buch kümmert sich wenig um Lehrpläne sondern um das, was Erzieher/innen in der heutigen Kita unter den Nägeln brennt. An Aktualität und ausgefeilter Methodik, die imstande ist, Fragen in den Einrichtungen aufzuwerfen und Antworten zu provozieren, wird es kaum zu überbieten sein. Es informiert kompromisslos praxisorientiert - damit emanzipiert es sich auch vom Pool der Schulweisheiten, aus dem Bücher für den Schulgebrauch gerne schöpfen ("Was ist Lernen?", "Wie begegnet man der Aggression?").

Es ist weiterhin ein echtes Arbeitsbuch, dessen Qualität weniger auf der Präsentation von fertigen Antworten beruht sondern auf dem Vertrauen in die Dynamik der Gruppenarbeit in Teams und in Lerngruppen. Jedes Kapitel liefert zwar theoretische und organisatorische Hintergründe, die Stärke aber liegt eindeutig in der Methodik, die nur in sehr wenigen Büchern dieser Art so konsequent wie hier genutzt wird. Letztendlich kommt es den Autor/innen darauf an, was die Leser/innen und Lerngruppen in den Händen haben - und damit für die Praxis nutzen können. Viele Ideen sind überdies so erfrischend und heiter, dass sie schwer in den Ernst gängiger Fachbücher passen.

Die Themen dieses neuen Bandes sind:
  1. Bildungsvereinbarung NRW (K. Zimmermann-Kogel)
  2. Auf dem Weg zur Bildungsdokumentation (K. Zimmermann-Kogel)
  3. Projektorientierte und offene Arbeit (K. Zimmermann-Kogel)
  4. Sprach- und Leseförderung (N. Kühne)
  5. Graphomotorik (M. Freitag/ N. Hendriks)
  6. Die Qualität der Arbeit mit Kindern (N. Kühne)
  7. Kundenorientierte Elternarbeit (K. Zimmermann-Kogel)
  8. Öffentlichkeitsarbeit (B. Nielen)
Das Autor/innenteam hat — wie in Band 1 der Reihe — keine Methoden und Informationen gescheut, um Praktikant/innen und Erzieher/innen die Möglichkeit zu geben, sich in relevante Themen einzuarbeiten. Die CD im Buch, die ebenso umfangreich ist wie das Buch selbst und inhaltlich den einzelnen Kapiteln zugeordnet ist, macht die Sache rund: Eine Fülle von Arbeitshinweisen, Diskussionsvorschlägen und praxisnahen Materialien lässt kaum etwas zu wünschen übrig. Ca. 200 Seiten Buchtext plus 246 Seiten CD ergibt ca. 450 (großformatige) Seiten aktueller Auseinandersetzung um acht Themen in der heutigen Kita - und das für einen Preis von 19 EUR!

Das Buch ist sowohl für Lerngruppen als auch für Einzelkämpfer, obwohl es für Letztere weniger Lustgewinn bereithält.

Quelle: www.kindergartenpaedagogik.de; Stand: 02.06.2006
Autor/-in: Andrea Wenzel
erschienen am: 02.06.2006
 

Manuela Freitag
0179/9237041
 
Nicole Hendriks-Schramme
0178/3127901
nicmatt@arcor.de

 

                                                     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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